Nordkap! Birbaums waren da!

Saltstraumen - Fauske über die norwegischen Berge

Saltstraumen - Fauske über die norwegischen Berge

Verfasst von:Alfons Birbaum
Published on Juli 12th, 2010 @ 20:35:17 , using 521 Wörter, 1110 Ansichten
Veröffentlicht in Unkategorisiert

12.7.2010

Kurz vor dem heutigen Start in Saltstraumen begann es wieder einmal zu Regnen. Das beunruhigte uns weiter nicht. Wir fuhren über die Saltstraumbrua und zweigten in die 812 ein. Wir folgten der Strasse bis nach Misvær, das eine Ortschaft an einem Seitenfjord des Skjerstadfjord. Bis dahin hatten wir bereits eine 8% Steigung und dann auch eine Abfahrt hinter uns. Der Regen wurde intensiver doch wir radelten weiter. Wir waren aussen, vom Regen, sowie innen, vom Schwitzen, total nass. Bei Misvær (38 km) machten wir den Mittagshalt und beurteilten das weitere Vorgehen. Karin hat auf einer fremden Karte gesehen, dass der bevorstehende Pass auf über 500 m.ü.M führt und die nächste Ortschaft etwa 30 km entfernt ist. Wir entschieden uns den nächsten Pass auch zu fahren. Frisch gestärkt nahmen wir die erste Rampe in Angriff. Im Nu kamen wir auf eine Hochebene, wo der Frühling Einzug gehalten hat. Auf der hinteren Seite der Fläche wartete der nächste Anstieg. So sahen wir von Ferne immer wieder wie die Strasse weiter hinten noch höher führte. Wir gewannen immer mehr an Höhe. Von der Strasse aus hatten wir eine gute Sicht auf eine Schlucht, in der ein Fluss in die Tiefe donnerte. Die gegenüberliegende Seite der Schlucht sah aus, wie nach einem Riss. Der Fels war richtig scharf und überhängend. Unterdessen hatte sich das Wetter verbessert und wir konnten ohne die schweisstreibenden Regenklamotten radeln. Das Regenwetter wurde dann ganz vergessen, als wir ein Knacken im Wald hörten. Wir sahen heute den ersten Elch auf norwegischem Boden. Eine Elchkuh mit ihrem Kalb hat sich im Birkenwald an der Strasse aufgehalten. Das Kleine war etwa 1 m hoch und hatte ein flauschiges hellbraunes Fell. Mit zunehmender Höhen wurde der Wald immer dünner. Zwischen den Bäumen leuchteten das frisch wachsende Gras und die Kräuter. Als wir auf 430 m.ü.M. ankamen, dachten wir, wir hätten es gleich geschafft und seien auf dem höchsten Punkt. Doch ihr kennt das sicher, hinter jedem Hügel tauchte noch ein weiterer auf. Wir liessen uns nicht entmutigen und strampelten tapfer weiter. Auf der Höhe von 512 m.ü.M. hatten wir es dann geschafft, wir sahen zum ersten Mal keine neuen Anhöhen mehr. Die Belohnung für die ganze Anstrengung bekamen wir in einer sehr langen Abfahrt, die uns wieder auf Meereshöhe brachte. Im Tal unten machten wir nochmals einen Rast. Wir entschlossen, auf der E6 heute noch bis nach Fauske zu fahren. Vor uns lagen 33 km. Der Verkehr war wieder einmal stark und die unachtsamen Auto- und Wohnmobillenker machten es uns nicht ganz einfach. Zudem führte die Strasse nicht einfach schön auf Uferebene entlang. Auch hier, immer wieder Rampen rauf und wieder runter, um dann fest zu stellen, dass die nächste wieder folgt. Dazu kamen die sieben Tunnels. Nach total 103 km und 1423 Höhenmeter erreichten wir Fauske. Wir haben heute zwei neue Rekorde gebrochen. (1. am meisten Höhenmeter auf unserer ganzen Tour und 2. der höchst befahrene Punkt in Skandinavien) Zur Erinnerung, der höchste Punkt den wir je erreicht hatten war in Etappe 4 von Lichtenau nach Bad Bergzaber, auf welcher wir auf 577 m.ü.M. kletterten. Heute gönnen wir uns eine Übernachtung im Fauske Hotel. Das Zimmer ist riesig gross und wir werden sicher super schlafen.


Auf einer Anhöhe

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